Die graphische Darstellung (XY-Diagramme und Schnitte) kann in Matlab recht komfortabel mit dem Program sbplot erfolgen. Verschiedene Optionen dieses Programs und dessen Bedienung werden nachfolgend beschrieben. Als Anhang folgt eine Kurzbeschreibung ausgewählter Unterprogramme, die zur eigenen Verarbeitung oder auch Weiterentwicklung von sbplot benutzt werden können.
Die Routinen von sbplot wurden mit Matlab 6 auf Linux entwickelt, wurden aber auch schon mit Matlab 6 unter Windows benutzt. Definitiv nicht funktioniert sbplot unter Matlab 4. Voraussetzung zum Arbeiten mit sbplot ist das Einbeziehen der CSIRO Seawater Toolbox in den Matlab Suchpfad, ebenso das Verzeichnis sbplot selbst.
Damit das Programm die Positionen und die Wassertiefe aus den Daten bestimmen kann, sollte bei der Seabird Erfassung in den vom Benutzter einzugebendem Header jeweils eine Zeile stehen mit Angabe der entsprechenden Werte, z.B.:
Nach dem Aufruf von sbplot öffnet sich ein Bedienfenster (Bild), in der man Angaben zu den Datenfiles und weitere Informationen zur Darstellung eingibt;. Die graphische Bedienfläche teilt sich dabei in drei Bereiche auf: Dateiauswahl, Datenmanipulation und Darstellungsart. Es ist sinnvoll, die Angaben auch in dieser Reihenfolge durchzuführen. Weitere Informationen entnehmen sie bitte den detailierten Beschreibungen.
Die Angabe der Datenfiles über eine Dateiliste (Bild) ermöglicht, Dateien aus verschiedenen Verzeichnissen gemeinsam zu plotten. Zudem kann man eine Liste dieser Dateien als Text importieren, so dass diese Zusammenstellung nicht ständig neu eingetippt werden muß. Ein weiterere Möglichkeit zum Editieren der Dateiliste bietet die interaktive Anwahl von Dateien über
Die Pfadangabe (Bild) ist besonders zum Plotten von Schnitten geeignet. Es ist jedoch nur möglich, Dateien eines Verzeichnisses anzugeben. Für sbplot besteht eine komplette Pfadangabe aus Verzeichnisangabe und Dateiname. Letzterer setzt sich wiederum aus den Teilen erster Namensteil, Stationsnummer und Extension zusammen. Sie sind in die entsprechenden Eigabefelder einzutragen:
Es sei noch anzumerken, dass im Anschluß an eine interaktive Auswahl mittels
Bei Anwahl von
werden die eingegeben Daten eingelesen und anschließend graphisch dargestellt.
Dateiauswahl [zurück]
Zur Dateiangabe stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Pfadangabe oder Dateiliste. Die Auswahl der gewünschten Eingabeart erfolgt über den Wechselschalter
/
in der oberen rechten Ecke. Um einer fehlerhaften Bedienung entgegen zu wirken muss; an dieser Stele darauf hingewiesen werden, dass diejenige Eingabe ausgelesen wird, welche beim Verlassen des Bedienfensters mit
aktiv ist.
. Durch anklicken des entsprechenden Datenfiles im Datei-Browser (Bild) wird die Auswahl automatisch als Eintrag in die Dateiliste übernommen. Es ist zu beachten, dass Einträge manuell gelöscht werden müssen, wenn sie nicht mehr dargestellt werden sollen.
generell die Dateiliste aktiv ist. Wechselt man anschließend wieder in
, so versucht sbplot die Namensteile der interaktiven Anwahl (i.A. den letzten Listeneintrag) in die Eingabemaske zu übertragen. Je nach Aufbau des Dateinamens funktioniert die Erkennung der Namensteile leider nicht korrekt und muss manuell korrigiert werden.
Datenmanipulation [zurück]
Im zweiten Abschnitt (Bild) kann man einstellen, ob und in welcher Weise die Daten vor dem Plotten bearbeitet werden sollen. Man kann z.B. bestimmen, ob das Hievprofil entfernt werden soll oder ob die obersten X-Meter (besser gesagt dbar) nicht verwendet werden sollen. Dies ist z.B. dann interessant, wenn die Deckswerte noch nicht entfernt wurden.
Die Profile können ebenfalls auf einen festen Druckabstand gemittelt werden (notwendig für Schnitte). Dazu ist der Druckabstand und die Fenstergrösse für die Mittelung anzugeben. Bei Angabe der Werte 5 für Druckabstand und 10 für Fenstergröße werden die Daten auf 5dbar Abstände gemittelt, zur Mittelung z.B. auf die Druckstufe 25dbar werden dafür die Daten im Bereich von 15 bis 35 dbar verwendet. Die Daten werden daher ziemlich stark geglättet.
Erfolgt keine Eingabe zu Druckabstand und Druckfenster, so werden Standartwerte gesetzt.
Darstellungsart [zurück]
Die möglichen graphischen Darstellung werden im folgenden einzeln behandelt. Es gibt Schnitte, Gitter , XY-Darstellungen und XYZ-Darstellungen.
Schnitte/Gitter
Wählt man in der Eingangsmaske als Darstellungsart "Schnitt" oder "Gitter" an, so ist in jedem Fall der zu konturierende Parameter auszuwählen. Ferner kann man angeben ob die Darstellung farbig mit Isolinien (Bild), nur farbig (Bild) oder in S/W (Bild) erfolgen soll. Die Darstellung kann man aber auch noch im nachhinein verändern.
Ein Schnitt hat als Y-Variable immer den Druck. Der Druck muß immer gleichabständig sein (was man in der Eingabemaske auch einstellen kann). Bei der X-Variable kann man zwischen den kumulierten Entfernungen der Stationen (Distanz), der geographischen Breite oder Länge und der Zeit wählen.
Das Gitter entspricht einem Schnitt, bis auf den Unterschied, dass man ausserdem noch die Variable der Y-Achse auswählen kann. In diesem Fall sind im "command window" die Stützpunkte anzugeben (bei sigma-theta wäre z.B. [27:.02:28] eine sinnvolle Auswahl; bei Schnitten sind die Stützpunkte die gleichabständigen Druckwerte).
Zum Beenden der Eingabe wählt man
an. Nach dem Einlesen aller Daten werden in einer weiteren Maske die geographischen Positionen und die Wassertiefen der einzelnen Stationen angezeigt (Bild). In diesem Fenster kann eine gegebenenfalls notwendige Korrektur der Werte erfolgen, bevor man mit
die Eingabe abschließt. Werden bei Korrekturen nicht lesbare Daten eingegeben (z.B. Buchstaben oder ein Komma anstelle eines Dezimalpunktes), so wird zur Korrektur die Positionsmaske ein weiteres Mal aufgerufen. Felder, die nicht gelesen werden konnten, sind nun rot hinterlegt (Bild) und müssen korrigiert werden.
Hiernach öffnen sich zwei neue Fenster, zum einem eine Vorschau des Schnittes (steht noch auf dem Kopf) und als zweites eine Maske zur Isolinienauswahl (Bild). Man kann nun verschiedene Einstellungen bezüglich Farbpalette und Linienabstände ausprobieren. Für die Farbauswahl ist darauf hinzuweisen, daß die Farbe "weiß" Transparenz bedeutet. Hierdurch wird ermöglicht, eine Isolinie darzustellen, ohne jedoch die Farbschattierung zu ändern. Mittels
werden die aktuellen Einstellungen auf die Darstellung angewandt. Ist man dann zufrieden, schließt man die Isolinienauswahl mit
ab. Es erscheint dann der Schnitt und man kann mit Hilfe der Maus die Positionen der Isolinienbeschriftungen festlegen. Der Abbruch hiervon erfolgt durch Auswahl eines Punktes ausserhalb des Rahmens (aber noch innerhalb des Plotfensters) oder durch ein [Return] während das Matlab-Fenster aktiv ist. Anschließend wird im Falle eines Schnittes noch die Topographie gemalt und die Darstellung ist fertig.
Sollte das Resultat nicht den Wünschen entsprechen, so kann es an verschiedenen Fehlerquellen liegen oder die Darstellung muss noch nachbearbeitet werden (z.B. Beschriftungen, Achsenbereiche, etc.).
bekommt man in einem weiteren Auswahlfenster (Bild) angezeigt, welche Variablen in der aktuellen Datei zu Verfügung stehen. Der darzustellende Parameter ist aus dieser Liste auszuwählen.
, zu wählen. Die so ausgewählten Namen werden in einer globalen Variablen gespeichert und stehen dann auch für die nachfolgenden Dateien zur Verfügung.
erscheint das Matlab typische Fenster zur Farbauswahl (Bild). Die Schrift von
zeigt die aktuell ausgewählte Farbe, die Hintergrundfarbe des Knopfes ist belanglos. Im Feld "Isolinienangabe" kann man alle gewünschten Isolinien in Matlab Notation angeben (z.B. [0:3:30], jedoch maximal 40 Werte), mit einem Return werden diese dann übernommen. Rechts daneben kann man verschiedene Farbpalleten (colormaps) anwählen, die Farben werden dann auf die entsprechenden Isolinienwerte verteilt (Bild). Die Isolinien können ebenso einzelnen editiert werden, gleiches gilt für Linienart und Farben der Isoflächen (Bild). Das Resultat einer solchen Eingabe sieht dann folgendermassen aus Bild. Bei Auswahl von
werden dann die eingestellten Werte übernommen (und die Vorschau erneuert). Mit
wird die Isolinienauswahl beendet und die aktuelle Darstellung übernommen.
Hier sind die gebräuchlichsten Arten der Nachbearbeitung und wie sie zu bewerkstelligen sind aufgeführt.